Blau-Weiß buddelt das „heilige Grün“ im Emsstadion um

Platzsanierung – Im Frühjahr 2026 soll der Ball wieder rollen.

Der Rahmen ist auf knapp 500.000 Euro festgelegt. „Man weiß ja nie, was noch so an Kosten auf uns zukommt“, sagte Fußball-Spartenleiter Marco Münkenwarf beim offiziellen Spatenstich auf dem Rasenplatz von Blau-Weiß Borssum im Emsstadion. Der dortige A-Platz wird gerade auf links gedreht, eine neue Drainage, ein Bewässerungssystem und letztlich neuer Rasen sollen das „heilige Grün“ im neuen Glanz erstrahlen lassen.

Der Vorsitzende vom Stadtsportbund (SSB), Peter Bartsch, erinnerte in seiner Rede daran, dass Uwe Seeler schon auf diesem Platz („diesem heiligen Grün“) gespielt hat und er selbst bei seinem letzten Punktspiel, bevor er als Schiedsrichter durchstartete, sogar hier ein Tor erzielt hatte. Er zeigte auch in Richtung des Tores, wo sein Treffer fiel, doch dort ist aktuell nichts mehr als nur braune Erdwüste. Entsprechend leicht amüsiert war Oberbürgermeister Tim Kruithoff. „Ich habe schon einige Spatenstiche mitgemacht, aber noch keinen, wo schon so viel passiert ist. Sonst gibt es immer einen kleinen Sandhaufen beim Spatenstich“, sagte er auf einem Erdhügel stehend. Er hofft, dass nach der Sanierung Platzausschuss und Greenkeeper wohlgesonnener sein werden, wenn es darum geht, das „heilige Grün freizugeben“.

Rat stimmte zu

Der Platz in Borssum, Larrelt und der bereits fertiggestellte Platz bei Kickers Emden gehören nach den Worten von Kruithoff zu den drei Anlagen in Emden, die laut Sportentwicklungsplan am ehesten ertüchtigt werden sollten. Deshalb hat der Rat im März 2024 der Sanierung der drei Plätze zugestimmt. Von der Stadt erhält BWB rund 280.000 Euro, rund 100.000 Euro schießt der Landessportbund zu. Ob die bisher anvisierten rund 410.000 Euro ausreichen? Münkenwarf rechnet lieber mit einem Puffer.

Wie wichtig das Engagement von Blau-Weiß für den Stadtteil ist, hob Kruithoff ebenso hervor. „Es ist schon beeindruckend, was hier im Verein insgesamt geleistet wird.“ Nicht zuletzt der Sanierungsprojektgruppe um Münkenwarf, Christian Fraas und Andreas Docter gehöre ein besonderer Dank. Den zollte Münkenwarf dann auch Anja Büttner aus der SSB-Geschäftsstelle, die immer wieder Zeit für die Projektgruppe hatte und diese tatkräftig unterstützte.

Zustimmung fand auch die Aussage von Kruithoff, dass die Maßnahme notwendig sei. „Der Platz war für die Ambitionen nicht mehr ausreichend, es kam immer wieder zu Spielausfällen.“ Münkenwarf umschrieb das vor einem Jahr im Rat so: „Im Sommer ist der Platz betonhart und vom Herbst bis zum Frühjahr butterweich.“ Das soll auf der neuen Rasenfläche in der Größe von 107×73 Metern dann ganz anders sein. Denn zusätzlich zur Drainage erhält das neue Grün an den Rändern eine kleine Entwässerungsrinne.

Jetzt hoffen alle, besonders Jörn Schmidt von der ausführenden Firma Grönloof darauf, dass das Wetter weiterhin so gut bleibt. Deshalb sei man auch schon längst angefangen. „Ist erst einmal die Drainage drin und die Entwässerung funktioniert, dann wird alles einfacher“, sagte er. Und im Frühjahr 2026 soll dann der Ball wieder rollen. „Ich komme dann zum Bändchen durchschneiden“, sagte Kruithoff. Ob es ein Eröffnungsspiel geben wird, ist noch nicht fix. Einem BWB-Mitglied werden sehr gute Kontakte zum Bundesligisten Mainz 05 nachgesagt. „Die könnten dann ja hier zur Platzeröffnung spielen“, war der Wunsch des OBs.

Quelle: Emder Zeitung vom 03.04.2025
www.EmderZeitung.de